Migration
Im Rahmen des Gesundheitszieles wird ein besonderes Augenmerk auf Bevölkerungsgruppen gelegt, die ein erhöhtes Risiko aufweisen. Lange Zeit galt der Herzinfarkt als so genannte Managerkrankheit, doch inzwischen hat man erkannt, dass ungünstige Lebensstilfaktoren häufig auch in Bevölkerungsgruppen mit sozialer Benachteiligung zu finden sind. Zudem weist ein hoher Anteil der Zuwanderer in Deutschland einen erschwerten Zugang zu Präventionsmaßnahmen auf. Das schlägt sich häufig im Auftreten gesundheitlicher Probleme nieder.
Zur Reduktion der Sterblichkeit an der koronaren Herzkrankheit sind deshalb Maßnahmen erforderlich, die die soziale Ungleichheit innerhalb der Bevölkerung verringern und der Verbesserung des Gesundheitszustandes dienen.
Mit dem Modellprojekt Lebensstiltraining für Migrationsmultiplikatoren sollte das Thema Gesundheitsförderung verstärkt in Migranten-Familien hineingetragen werden. Das Projekt wurde für Multiplikatoren aus dem türkischen, russischen und polnischen Kulturkreis konzipiert und im Jahre 2009 durchgeführt. Begleitende Institutionen waren das Gesundheitsamt Lübeck und die Ärztekammer Schleswig-Holstein.
Im ersten Teil des Projektes wurden landestypische Ernährungsweisen mit den aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen zur „gesunden Ernährung“ verglichen. Die traditionellen Rezepte wurden hinsichtlich ihrer präventiven Vor- und Nachteile bewertet und Vorschläge zur Optimierung gemacht.
Der zweite Teil des Projektes gliederte sich in praktische Veranstaltungen, die die Prävention durch Ernährung und Bewegungsförderung zum Inhalt hatten. Vier Lübecker Multiplikatoren vermittelten in 37 Veranstaltungen mit jeweils rund zehn Teilnehmern Wissenswertes zum Thema Mahlzeitenzubereitung. Die im ersten Teil erarbeiteten Rezepte dienten dabei als Grundlage für die Kochkurse. Zusätzlich wurden praktische Einheiten zum Thema Bewegungsförderung und Entspannung durchgeführt.
Begleitend wurden die Meinungen und Bewertungen der Teilnehmer über Fragebögen erfasst und evaluiert.
Das Projekt wurde gefördert vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein.
Weiter Informationen erhalten Sie bei:
Dr. Michael Lohmann
Ärztekammer Schleswig-Holstein
23795 Bad Segeberg
Tel: 04551/803-247
E-Mail: michael.lohmann@aeksh.org
oder
Gesundheitsamt Lübeck
Stabsstelle Gesundheitsförderung
Irene Böhme
Tel. 0451/1225322
E-Mail: irene.boehme@luebeck.de




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